Gastbeitrag von Markus Slaby
Du gibst Dir viel Mühe mit der Betreuung deines Social-Media Profils, deines Blogs und deiner Webseite? Die Zugriffszahlen, Rankings, deine Sichtbarkeit und Bekanntheit stellen dich aber nicht zufrieden? Dein Budget und deine zeitlichen Ressourcen sind begrenzt, du willst aber dennoch etwas ändern?
Der folgende Beitrag gibt dir einen schnellen Überblick, wie du mehr Zugriffe, mehr Reichweite und mittelbar mehr Sichtbarkeit und Bekanntheit aus deinen Inhalten herausholen kannst.
Inhalt
Was ist Content-Recycling?
SEO-Content im lokalen Marketing
Content-Recycling in der Offline-Welt
Beispiel: Einfache Reels werden zum Marketing Selbstläufer
Fazit
Was ist Content-Recycling?
Als Content-Recycling wird eine Strategie im Content-Marketing bezeichnet, die darauf abzielt, hochwertigen Content über längere Zeit intensiv zu nutzen. Die weitere Nutzung kann durch aktualisieren, umformen und aggregieren bzw. atomisieren gelingen.
Neue Zahlen, Studien, aktuelle Beispiele oder neue Links aktualisieren den Inhalt. Die Aktualität wirkt sich positiv auf die Bewertung durch die Suchmaschinen aus, darüber hinaus kann der überarbeitete Blogbeitrag erneut in den sozialen Medien, Newslettern u. ä. beworben werden.
Wenn du aus deinem Blogbeitrag ein Videotutorial, eine Podcastfolge oder ein Whitepaper erstellst, spricht man von umformen. Der Inhalt (in dem die meiste Arbeit steckt), wird für ein neues Format aufbereitet.
Aggregieren bedeutet, den Content anzureichern. So könnte eine Literaturliste, eine Video-Anleitung oder ein Tutorial deinen Blogbeitrag ergänzen und ihn zu einem Content-Hub weiterentwickeln. Atomisieren ist genau das Gegenteil: Der ausführliche Blogbeitrag wird in kleine Infohappen zerlegt. Infografiken, Reels bzw. Shorts, Kacheln und ähnliches kommen hier in Frage.
SEO-Content im lokalen Marketing
Viele Unternehmer, Autoren, Content-Creator denken bei Content-Recycling vor allem an die Aufbereitung der Inhalte für YouTube, Instagram, TikTok & Co. Mit entsprechenden Links angereichert stellt dies auch ein gutes Fundament für die eigene Suchmaschninenoptimierung dar. Das Google Unternehmensprofil wird häufig schon vergessen, obwohl es starke lokale Signale sendet.
Wenn du jetzt aufhörst, verschenkst du doch ein riesiges Potenzial: Wage bewusst den Sprung in die Offline-Welt und nutze es für dein lokales Marketing.
Content-Recycling in der Offline-Welt:
- Aus einem Blogbeitrag kann eine klassische Pressemeldung, ein Experteninterview oder ein Fachartikel werden. Die Lokalzeitung, Ortsblätter oder die Publikationen von Wirtschaftsverbänden sind hier Abnehmer.
- Nutze die Inhalte für eine Keynote, einen Vortrag, ein Impulsreferat oder einen Workshop in deiner Region. Die dazu notwendige Bildschirmpräsentation kann mit einem Backlink bei einem Dienst wie slideshare.net publiziert werden. Die Termine werden in Veranstaltungskalendern, auf den Webseiten der Veranstalter und im Google Unternehmensprofil hinterlegt und steigern die regionale Sichtbarkeit.
- Entsprechend aufbereitet können Inhalte auch in das Einkaufserlebnis einfließen – von der Schaufenstergestaltung, über den Point of Sale, zu Infotafeln im Verkaufsraum bis hin zu einer Hausmesse sind die Möglichkeiten Vielfältig. QR-Codes und Nachberichte können hier wieder den Weg zurück in den Online-Kosmos bereiten.
- Kundenbriefe, Kundenzeitschriften, Werbemailings können den kompletten Artikel oder einzelne Aspekte daraus aufgreifen. So erreichst du auch Kunden und Kontakte die in der Offline-Welt nicht so präsent sind.
- Ob an Bauzäunen, an Plakatwänden, in Einkaufsmärkten – es gibt zahlreiche Möglichkeiten für die Außenwerbung (OOH: Out of Home). Auch dort hast du die Möglichkeit entsprechende Aspekte aufzugreifen, Neugierde zu schüren und auf dein Angebot zu verweisen. Selbst wenn die QR-Codes nicht genutzt werden, so kann auch ein gesteigertes Suchvolumen (angeregt durch die Informationshappen) zu deinem Namen / Firmennamen bzw. den entsprechenden Aspekten ein positives Signal an Google senden.
- Ansprechend aufbereitet als Thema für den nächsten Messestand, wirken die kostenfreien Informationen als Besuchermagnet und schärfen nebenbei deine Positionierung als Experte. Auch hier können gleich doppelt lokale Signale gesetzt werden – die Ankündigungen und die Berichte darüber.

Beispiel: Einfache Reels werden zum Marketing Selbstläufer
Der Ausgangspunkt
Um dir zu verdeutlichen wie einfach Content-Recycling funktioniert und welche Wirkung es dennoch entfalten kann, habe ich ein fiktives Beispiel konstruiert.
Ein lokales Fitnessstudio hat auf Instagram begonnen, in kurzen Reels die Lieblingstrainingsorte ihrer Trainer außerhalb des Studios zu sammeln. Die Reaktionen auf die kurzen Videos in der sich die Trainer selbst auf der Laufstrecke, am Trimm-Dich-Pfad oder auf Sportplätzen filmten waren durchweg positiv.
Aggregation startet hier das Content-Recycling
So entstand die Idee, das Format weiterzuführen. Im ersten Schritt wurde ein ausführlicher Blogbeitrag auf der eigenen Webseite veröffentlicht, der alle Orte zusammenfasste, beschrieb und auch die Reels mit einband.
Um das Thema fortzuführen, begannen die Trainer weitere Trainingsorte zu testen, sie zu bewerten und Empfehlungen für Trainingseinheiten am jeweiligen Ort zu geben. Um möglichst viele Trainingsplätze zu erfassen, wurden die Follower eingebunden und aufgefordert weitere Orte zu melden.
Raus aus der Online-Bubble und wieder zurück
Diese Aktion sprach sich in der ländlichen Gegend schnell herum. Das Fitnessstudio reagierte mit einer Pressemeldung an die lokalen Medien. Ortsblätter und auch die Lokalzeitung griffen das Thema auf. Durch die Publikation in den Online-Ausgaben und in den Social-Media-Accounts konnten zusätzliche Erwähnungen und Backlinks generiert werden.
Positive Resonanzen veranlassten den Inhaber dazu, eine Kooperation mit der örtlichen Volkshochschule zu starten und über den Sommer offene Trainingsangebote an den Top Trainingsplätzen mit seinen Trainern anzubieten. Die Veröffentlichung des Angebots auf der Webseite der Volkshochschule und in den regionalen Medien brachte erneut mehrere hochwertige Backlinks mit lokalem Bezug.
Daraus entwickelten sich komplett eigenständige neue Angebote des Fitnessstudios, die nur außerhalb des Studios stattfanden. Kunden, die schon länger nicht mehr im Studio waren, wurden mit einer Mailingaktion darauf aufmerksam gemacht und über einen Funnel selektiert.
Die eigenen Follower aktivierte das Fitnessstudio mit einem Wettbewerb, bei dem es darum ging, an möglichst vielen verschiedenen Orten in der Region zu trainieren. Zur Teilnahme mussten Fotos auf Instagram veröffentlicht und mit einem entsprechenden Hashtag ausgezeichnet werden. Diese Aktion wurde noch durch Großplakate in der Nähe der jeweiligen Trainingsstätten unterstützt. Viele Teilnehmer verlinkten das Fitnessstudio zusätzlich in den Beiträgen, die das Fitnessstudio daraufhin in ihrer Story teilte. Diese Stories verzeichneten besonders hohe Interaktionsraten.
Im Fitnessstudio selbst, wurde im Eingangsbereich eine Wand mit einer großen Karte der Region gestaltet, auf der die entsprechenden Trainingsstätten verzeichnet sind. Farbcodes informieren, welcher Ort sich für welche Sportart(en) besonders eignet.
Evergreen-Content weiter nutzen
Im folgenden Sommer folgten ausführlichere Videos zu den empfehlenswerten Trainingsstätten auf dem eigenen YouTube-Kanal mit entsprechenden Backlinks zu dem Blogbeitrag. Mittels einer „Stadtführungs“-App konnten auch sprachliche Anleitungen zu verschiedenen Trainingsstrecken angeboten werden, die Sportler bei ihrem Training begleiten und anleiten.
Das Thema des Messestandes für die lokale Verbrauchermesse war auch klar – die große Karte an der Rückwand, passende Sportgeräte und viele Informationen zum Trainingsstart und den Trainingsorten sorgten für reges Interesse inklusive zahlreicher Anmeldungen zum Trainingsnewsletter. Dieser Newsletter versorgt die Abonnenten mit kostenlosen Trainingsimpulsen.
Fazit
Klar ist: nicht jeder Versuch wird so eine Lawine wie im obigen Beispiel lostreten können. Ich hoffe aber, dass ich deine Phantasie anregen konnte, was du alles aus wenigen Reels, einem guten Vortrag oder einem ausgearbeiteten Blogbeitrag herausholen kannst.
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